Vertreterversammlung 2022

Zuversichtlicher Blick zurück und nach vorne

„Eine Vertreterversammlung der Rheingauer Volksbank ohne Sie vor Ort – das ist wie der Rheingau ohne Wein oder ohne Rhein!“ Mit diesen Worten begrüßte unser Vorstandsvorsitzender Andreas Zeiselmaier die rund 240 VertreterInnen und Gäste im Schloss Johannisberg. Aufsichtsrat und Vorstand freuten sich sichtlich über die Präsenzbegegnung mit einer Rekordanzahl an TeilnehmerInnen, nachdem die Veranstaltung im vergangenen Jahr zwar sehr erfolgreich, aber rein digital durchgeführt wurde. Rund 100 weitere TeilnehmerInnen nutzten die alternative Möglichkeit, dem Bericht von Aufsichtsrat und Vorstand online per Live-Stream zu folgen. Durch die Veranstaltung führte gewohnt souverän unser langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender Winfried Steinmacher.

Gelebte Nähe

„Wir haben in den letzten Jahren gelernt: Füreinander da sein – das ist es, was wirklich zählt“, so Zeiselmaier. Dies umfasse eine neu gelebte Nähe in schweren Corona-Zeiten ebenso wie die unglaubliche Hilfsbereitschaft der gesamten Region für die ukrainischen Mitmenschen. Unsere Bank habe in dieser Notlage schnell und mutig gehandelt und als erste Bank unbürokratisch kostenlose Konten und Bargeldtausch angeboten, so Steinmacher.

Nähe bedeute aber auch Investitionen in die Nähe vor Ort und so habe die Bank in 2021 2,3 Mio. Euro in den regionalen Geschäftsbetrieb investiert. Beispielsweise bekam unser bankeigenes Kunden-Dialog-Center einen eigenen modernen Standort. Für die gewerblichen Firmenkunden im Taunus wurde in Bad Schwalbach ein neues Beratungszentrum geschaffen.
In Schlangenbad können die KundInnen nun kostenlos den SB-Automaten der Naspa nutzen, in Lorch wurde der SB-Bereich der Volksbank gemeinsam erneuert und die Öffnungszeiten erweitert – eine kluge Entwicklung laut Zeiselmaier.

Wachstum durch Vertrauen

Diese Nähe honorieren die KundInnen durch großes Vertrauen in ihre regionale Bank – dies belegen auch die Geschäftszahlen 2021. Unser Vorstand Michael Mager erwähnte hier insbesondere das stark gestiegene betreute Kundenvolumen aus Krediten und Einlagen und das überdurchschnittliche Bilanzsummenwachstum. „Unser erstmals zweistelliges Ergebnis ermöglicht uns eine gute Dividende von 4 % für unsere Mitglieder sowie die Steigerung unseres Eigenkapitals um 21 % zur Stärkung der Solidität und Zukunftsfähigkeit der Bank“, so Mager.

Mit fast tagesaktuellen Zahlen erläuterte Zeiselmaier anschließend die weitere gute Bankentwicklung in den ersten Monaten des laufenden Jahres. So erhöhte sich bis Mitte Juni die Anzahl der Kontokorrentkonten weiter dynamisch auf fast 28.500. Bei weiter steigenden Mitgliederzahlen ist das Interesse an Geschäftsanteilen ungebrochen und liegt bei aktuell 45 Mio. Euro. Nach dem Rekordwachstum der Bilanzsumme in 2021 ist diese nochmals um 100 Mio. EUR gestiegen und liegt aktuell bereits bei 1,65 Mrd. Euro. Getragen wird dies weiterhin vom prosperierenden Kreditgeschäft der Bank, das mit aktuell 1,18 Mrd. Euro inzwischen die Einlagen von 1,13 Mrd. EUR übersteigt.

Teilhabe am Erfolg

Anhand exemplarischer Zinskurven ging Zeiselmaier auf die aktuellen Entwicklungen am Geld- und Kapitalmarkt ein. „Sollte die EZB den Leitzins wie avisiert erhöhen, dann wird es auch bei
uns keine Negativzinsen mehr geben“, erklärte Zeiselmaier. Ohnehin habe die Bank diese gefühlt als Letzte eingeführt und dies auch nur sporadisch.

Um der Nachfrage nach Geschäftsanteilen und dem verständlichen Wunsch der Bankkunden nach sicheren Anlagen zu einem marktgerechten Zins zu entsprechen, unterbreiteten Vorstand und Aufsichtsrat den VertreterInnen folgenden Vorschlag: In Zukunft möchte die Bank für ihre Mitglieder auch die Zeichnung von mehr als 70 Geschäftsanteilen zulassen – verbunden mit einer Dividendenstaffel. Ab dem 71. Geschäftsanteil sollen die Mitglieder 50 % des regulären Dividendensatz erhalten. Dies biete gerade in der jetzigen Zeit allen Mitgliedern
eine größere, sichere und gut „verzinste“ Teilhabe und mache gleichzeitig die Bank durch eine weiter verbesserte Eigenkapitalposition wetterfest. Diesem Vorschlag stimmten die Vertreter zu.

Für das Geschäftsjahr 2021 schlugen Aufsichtsrat und Vorstand den VertreterInnen die Ausschüttung einer Dividende von 4 % vor. Gerne wolle die Bank in ruhigeren Zeiten wieder zur Bonus-Dividende zurückkehren, versprach Zeiselmaier. Der Vorschlag der Gewinnverwendung 2021 wurde von den Vertretern ebenfalls befürwortet und beschlossen.

5 Ks der Zukunft

Zeiselmaiers zukunftsgerichteter Blick ist weiter zuversichtlich. Die 5 strategischen Stoßrichtungen der Bank benennt er mit Kundennähe, Kompetenz, Kooperationen, Klimaschutz und Kultur.

Kundennähe sei die Identität der Bank, so Zeiselmaier. Auch in 2022 werde weiter in die starke Präsenz vor Ort investiert, z.B. durch die Zusammenführung von Beratungszentrum und Filiale am neuen Standort in Bad Schwalbach und ein neues Beratungszentrum in Oestrich – die Bank werde noch sichtbarer. Diese Nähe kombiniere die Bank mit einer umfassenden Kompetenz, die inzwischen auch überregional wahrgenommen werde. Partnerschaften innerhalb der Genossenschaftlichen Gruppe und zunehmend auch mit Fintechs stärken die KundInnen und die Bank.

Bei seinem Herzensthema betonte Zeiselmaier, dass die Bank ihren CO²-Footprint weiter ambitioniert senken und auch die Gewerbekunden zukünftig mit Nachhaltigkeitsdienstleistungen unterstützen möchte. Die Klammer all dessen sei die besondere MiteinanderKultur, die trotz starken Wachstums und mobiler Arbeitsmodelle von den MitarbeiterInnen gelebt und geschätzt werde. „Mit unserer Solidität und den genannten Maßnahmen werden wir zum Jahresende ganz sicher auf 250 MitarbeiterInnen und eine Bilanzsumme von deutlich über 1,7 Mrd. Euro wachsen,“ avisiert Zeiselmaier.

Aufsichtsrat bestätigt

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurden die durch Ablauf der Wahlzeit ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Angela Kühn, Markus Jost und Stephan Schwank von der Vertreterversammlung wieder in ihrem Amt bestätigt.

Im Namen des gesamten Aufsichtsrats sprach der Vorsitzende Winfried Steinmacher dem Vorstand seinen ausdrücklichen Dank für das hohe Engagement im Sinne der Region und  aller Bewohner aus. Das motivierte Mitarbeiterteam, geführt von einem verantwortungsvollen, zielgerichteten Vorstand, lasse den Aufsichtsrat zuversichtlich in die Zukunft einer weiterhin selbständigen Bank der Rheingauer blicken.